LösungenFirmenakte20. September 2026
Zuletzt geändert am 20. September 2026

Auf der Website

Für den häufigsten Fall — „was ist zuletzt dazugekommen?“ — gibt es eine fertige Seite: firmenakte.at/firmen/neugruendungen. Sie listet die zuletzt eingetragenen Unternehmen, das jüngste Eintragungsdatum zuerst, 50 pro Seite. Darüber stehen die Zahlen der letzten 7 und 30 Tage, aufgeschlüsselt nach Bundesland, Rechtsform und Branche. Einzustellen ist nichts, und ein Konto braucht es dafür auch nicht.

Sobald die Liste enger werden soll, führt der Weg über die Erweiterte Suche. Dort filterst du zuerst und sortierst dann:

  1. Filter setzen. Bundesland oder Ort, Rechtsform, Branche, Gewerbeberechtigung, Mitarbeiterzahl, Kennzahlen aus dem Jahresabschluss. Die Filter lassen sich frei kombinieren.
  2. Nach Gründungsdatum sortieren, absteigend. Die jüngsten Eintragungen stehen dann oben.
  3. Ergebnis mitnehmen. Als Liste speichern, um sie weiter zu beobachten, oder als CSV bzw. Excel exportieren.
Was dabei sortiert wird, ist der Eintrag ins Firmenbuch. Bei frischen Einträgen ist das die Neugründung — darunter sind aber auch Einzelunternehmen, die sich nach Jahren eintragen lassen, Umgründungen und Sitzverlegungen aus dem Ausland. Weiter zurück als 1991/92 reicht es nicht, weil das Firmenbuch damals digitalisiert wurde.

Im Chat fragen

Wenn die Frage komplizierter ist als ein Filterformular, ist der Chat oft der kürzere Weg. Über den MCP-Server hängst du Claude direkt an die Firmenakte-Daten. Einmal verbinden, danach genügt eine Frage in normalem Deutsch:

Welche GmbHs sind seit 1. September 2026 in Wien neu ins Firmenbuch eingetragen worden? Die neuesten zuerst.

Claude sucht sich das passende Werkzeug selbst und ruft GET_apiv1businesses auf, mit state: Wien, legalFormCode: GES, registeredSince_gte: 2026-09-01 und orderBy: registeredSince. Die Antwort kommt als Fließtext zurück, mit den Firmen und ihren Kennzahlen.

Interessant ist weniger die Antwort als die Zeile dazwischen. Was hier passiert, ist kein Sonderweg für KI: Der Agent ruft denselben Endpunkt auf, den auch die Erweiterte Suche verwendet, und setzt die Filter, die du sonst von Hand geklickt hättest. Deshalb kostet die Nachfrage — „und davon nur die aus der IT-Branche, mit mehr als einer zeichnungsberechtigten Person“ — keine neue Integration. Der Agent hängt zwei Parameter an.

Das heißt auch: Was der Chat kann, ist genau das, was die API kann. Und die kann mehr, als ein Formular sinnvoll anzeigen kann.

Über die API

Derselbe Aufruf, direkt. Basis ist https://api.firmenakte.at/api/v1, der Key geht als Header x-api-key mit.

bash
# Neueintragungen: filtern über registeredSince_gte, sortieren über orderBy
curl -G https://api.firmenakte.at/api/v1/businesses \
  -H "x-api-key: $KEY" \
  --data-urlencode "state=Wien" \
  --data-urlencode "legalFormCode=GES" \
  --data-urlencode "active=true" \
  --data-urlencode "registeredSince_gte=2026-09-01" \
  --data-urlencode "orderBy=registeredSince" \
  --data-urlencode "orderByDescending=true" \
  --data-urlencode "pageSize=100"

Die Antwort ist eine Seite mit Treffern und der Gesamtmenge:

json
{
  "data": [
    {
      "fnr": "688398a",
      "name": "Gemeindeguru GmbH",
      "legalForm": { "text": "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" },
      "registeredSince": "2026-09-17T00:00:00Z",
      "isActive": true,
      "isScheinunternehmen": false,
      "signerCount": 2,
      "oenaceNumericCode": "62010"
    }
  ],
  "pageNumber": 1,
  "pageSize": 100,
  "totalRecords": 194,
  "totalPages": 2
}

Die Firmenbuchnummer fnr ist der Schlüssel für alles Weitere: das vollständige Profil über GET /businesses/{fnr}, die Gewerbeberechtigungen, die Jahresabschlüsse, das Beteiligungsnetzwerk.

Was sonst noch filterbar ist

Parameter

Wofür

registeredSince_gte / _lte

Zeitfenster der Eintragung, unten und oben

state, city, zipCode, gemeinde

Bundesland, Ort, PLZ, Gemeinde

legalFormCode

Rechtsform, mehrfach angebbar

oenaceCode

Branche nach ÖNACE

signerCount_gte / _lte

Anzahl zeichnungsberechtigter Personen

employees_gte, guv.Umsatzerloese_gte

Mitarbeiter und alle Kennzahlen aus Bilanz und GuV

isScheinunternehmen, inInsolvency, hasEdikt

Warnsignale ein- oder ausschließen

countOnly

nur die Treffermenge, ohne Datensätze

Vom Abruf zur Integration

Ein Aufruf beantwortet eine Frage. Interessant wird die Schnittstelle dort, wo niemand mehr einen Aufruf startet: Wenn Neugründungen ohne Zutun in dem System landen, in dem ohnehin gearbeitet wird, ist aus der Recherche ein Prozess geworden.

Für laufende Integrationen ist die Suche der falsche Endpunkt. Sie beantwortet „wie sieht der Bestand heute aus“, nicht „was hat sich geändert“. Dafür gibt es den Änderungsfeed GET /businesses/changes. Er nimmt since oder sinceId als Cursor und liefert nur, was seither dazugekommen ist. Ein Aufruf pro Intervall genügt, auch wenn der Filter ganz Österreich umfasst — die Antwortmenge wächst mit den Änderungen, nicht mit dem Bestand.

Die Praxis: den Cursor erst nach erfolgreicher Verarbeitung speichern. Bricht ein Lauf ab, wiederholt er sich beim nächsten Mal von selbst — ohne Lücke und ohne Dublette. Dedupliziert wird über die Firmenbuchnummer, nie über den Firmennamen.

Was damit gebaut wird

Ein paar Muster, die sich in der Praxis wiederholen:

  • Lead-Zufluss ins CRM. Ein Nachtlauf holt die Neueintragungen des Vortags, gefiltert auf Bundesland, Rechtsform und Branche, und legt sie als Leads in Salesforce oder HubSpot an — die Firmenbuchnummer als External Id, damit derselbe Betrieb nie zweimal entsteht. Wer heute eingetragen wird, steht morgen früh in der Liste des zuständigen Außendienstlers.
  • Akquise für Kanzleien und Steuerberatung. Neue GmbHs und FlexCos im eigenen Gerichtssprengel, wöchentlich als Liste. Eine junge Gesellschaft entscheidet in den ersten Wochen über Steuerberatung, Bank und Versicherung — danach ist die Frage beantwortet.
  • Onboarding-Vorprüfung. Bevor ein Neukunde angelegt wird, prüft der Prozess Aktiv-Status, Zeichnungsberechtigung, Insolvenz und die BMF-Scheinunternehmerliste in einem Aufruf. Was auffällt, geht in die manuelle Prüfung, der Rest läuft durch.
  • Marktbeobachtung. Wie viele Betriebe kommen in meiner Branche und meiner Region dazu, in welchen Rechtsformen, mit wie vielen Geschäftsführern? GET /businesses/aggregate und /facets liefern die Verteilung, ohne dass ein einziger Datensatz übertragen wird.
  • Eigene Dashboards und Portale. Branchenverbände, Wirtschaftsplattformen und Immobilienportale hängen ihre Firmenansicht direkt an die API, statt Daten zu kopieren, die im Register längst weitergezogen sind.

Für die Anbindung selbst gibt es drei Wege: den TypeScript-Client @firmenakte/api-client mit typisierten Methoden je Endpunkt, einen generierten Client aus der openapi.json in jeder anderen Sprache, oder einen einfachen HTTP-Request mit dem Key im Header.

Einen Filter „Neueintragung“ kennt die API übrigens nicht. „Neu“ ist immer ein Zeitfenster auf registeredSince — oder, im Änderungsfeed, alles seit deinem letzten Cursor.