Im österreichischen Firmenbuch stehen 171.217 Personen, die eine aktive Firma führen. 30.881 davon sind Frauen. Das sind 18,0 Prozent, und diese Zahl bewegt sich seit einem Vierteljahrhundert kaum.
78,3 Prozent der Geschäftsführungen sind männlich. Die restlichen 3,7 Prozent tragen Vornamen, die sich keinem Geschlecht eindeutig zuordnen lassen; sie bleiben in allen Anteilen im Nenner. Wie diese Zuordnung funktioniert und wo ihre Grenzen liegen, steht im Methodenteil am Ende.

Neue Firmen, alter Anteil
Ein naheliegender Gedanke: Der Bestand ist träge, aber bei den Neugründungen müsste sich der Wandel zeigen. Die Daten zeigen ihn nicht.
Unter den heute aktiven Firmen mit Gründungsjahr 2000 liegt der Frauenanteil in der Geschäftsführung bei 17,4 Prozent. Das bleibt der höchste Wert der ganzen Kurve. Die Gründungsjahrgänge 2017 bis 2022 liegen zwischen 14,0 und 14,8 Prozent, danach erholt sich die Kurve auf 16,1 Prozent (2025) und 15,4 Prozent im noch unvollständigen Jahr 2026. Firmen, die zuletzt gegründet wurden, haben also keinen höheren Frauenanteil in der Führung als Firmen, die seit 20 Jahren bestehen.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Kurve zählt nur Firmen, die heute noch aktiv sind, sie ist eine Momentaufnahme der Überlebenden, keine Zeitreihe aller Gründungen. Und sie beginnt bewusst erst 2000: Bei älteren Firmen führt oft nicht mehr die Person, die gegründet hat, dort würde die Kurve Übergaben messen statt Gründungen.
Der Nachwuchs ändert wenig
Bleiben die Geburtsjahrgänge. Unter den Geschäftsführungen der Boomer-Jahrgänge (1946 bis 1964) sind 16,3 Prozent Frauen, in der Gen X (1965 bis 1980) 18,2 Prozent, bei den Millennials (1981 bis 1996) 18,8 Prozent. Die Gen Z liegt mit 16,7 Prozent wieder darunter, wobei diese Gruppe mit 6.788 Personen noch klein ist und erst am Anfang steht.

Über vier Generationen hinweg beträgt die ganze Spannweite 2,5 Prozentpunkte. Wer darauf setzt, dass sich der Anteil mit den jüngeren Jahrgängen von selbst hebt, findet dafür im Register keine Grundlage.
Die Unterschiede liegen in den Branchen
Zwischen den Branchen spreizt sich der Anteil dagegen um mehr als den Faktor zwölf, jeweils unter den im Firmenbuch eingetragenen Unternehmen gemessen.
Kosmetiksalons sind die einzige Branche mit mindestens 100 Geschäftsführungen, in der Frauen die Mehrheit stellen: 57,4 Prozent von 230. Dahinter folgen das Veterinärwesen (47,1 Prozent), Hausarztpraxen (44,7 Prozent) und Soziale Dienste (43,5 Prozent). Am anderen Ende stehen drei Technikbranchen: Photovoltaik-Installation mit 5,3 Prozent, Fertighaus- und Hallenerzeugung mit 5,0 Prozent und die Hersteller von Kälte- und Klimatechnik mit 4,5 Prozent von 111 Geschäftsführungen.

Stadt und Land trennt wenig
Unter den zehn Städten mit mindestens 1.000 Geschäftsführungen führt Villach mit 19,0 Prozent, knapp vor Wien mit 18,9. Am unteren Ende liegen St. Pölten (16,0 Prozent) und Dornbirn (15,4 Prozent). Die ganze Spannweite beträgt 3,6 Prozentpunkte. Zusammengenommen kommen die zehn Städte auf 18,5 Prozent, das restliche Österreich auf 17,6. Der Frauenanteil in der Geschäftsführung ist keine Frage des Firmensitzes.

Methode
- Grundgesamtheit: alle 171.217 Personen mit Geschäftsführungs-Funktion in einer aktiven Firma des österreichischen Firmenbuchs, Stand 4. August 2026. 61 Einträge ohne Vornamen (in der Regel juristische Personen) sind ausgenommen.
- Geschlecht wird aus dem Vornamen abgeleitet (gender-guesser): female und mostly_female zählen als weiblich, male und mostly_male als männlich. 3,7 Prozent der Vornamen sind nicht eindeutig; sie bleiben überall im Nenner, die Anteile sind also eher unter- als überschätzt. Nichtbinäre Personen kann eine Vornamens-Ableitung nicht abbilden.
- Eine Metrik überall: Anteil weiblich an den Geschäftsführungs-Personen. Branchen, Städte und Jahre zählen pro Person, nicht pro Mandat. Eine Person mit drei Firmen in einer Branche zählt dort einmal.
- Floors: Branchen mit mindestens 100, Städte mit mindestens 1.000, Jahrgänge und Gründungsjahre mit mindestens 100 Geschäftsführungen.
- Gründungsjahre zählen nur heute aktive Firmen (Überlebende) und beginnen 2000, weil bei älteren Firmen oft nicht mehr die Gründungs-Geschäftsführung im Amt ist.
- Das Firmenbuch ist nicht das Gewerberegister. Einzelunternehmen ohne Firmenbucheintrag fehlen; kleinteilige Branchen wie Friseure oder Kosmetik sind dadurch unterrepräsentiert, alle Branchenzahlen gelten für die eingetragenen Unternehmen.
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