Firmendaten über die Firmenbuch-API in die eigene Software integrieren
Wie Software-Hersteller Firmensuche, Stammdaten, Prüfungen und Änderungsmeldungen aus Firmenbuch und GISA über eine API in ihr Produkt einbauen.
Firmenakte
Österreichische Firmendaten baust du über eine REST-API in deine Software ein. Sie führt Firmenbuch, GISA, Edikte, die BMF-Liste der Scheinunternehmen und Jahresabschlüsse unter einer stabilen Firmenakte-ID zusammen. Die üblichen Bausteine sind eine Firmensuche mit Autovervollständigung, das Übernehmen der Stammdaten, Prüfungen vor einem Geschäft und ein Feed, der Änderungen meldet.
Wer eine Buchhaltung, ein CRM oder eine Hausverwaltungssoftware baut, kennt die Anfrage aus dem Support: „Warum muss ich die Firmenadresse abtippen?“ Nutzer erwarten heute, dass Software Firmen kennt. Wie du das umsetzt, ohne jedes Register einzeln anzubinden.
Wo Firmendaten in Software gebraucht werden
Software | Typischer Einsatz |
|---|---|
Buchhaltung und ERP | Geschäftspartner anlegen, Stammdaten aktuell halten, Jahresabschlüsse von Kunden lesen |
CRM und Vertrieb | Firmen beim Anlegen vervollständigen, Dubletten über die Firmenbuchnummer vermeiden, Zielgruppen filtern |
Kanzlei- und Steuersoftware | Mandanten beobachten, Fristen für Jahresabschlüsse im Blick behalten |
Hausverwaltung und Bau | Handwerker und Subunternehmer auf Gewerbe und Scheinunternehmen prüfen |
Onboarding und KYC | Identität, Vertretung und Gesellschafter dokumentieren, wirtschaftliche Eigentümer weiterhin über das WiEReG-Register |
B2B-Shops und Plattformen | Firmenkunden bei der Registrierung verifizieren |
Bausteine einer Integration mit der Firmenbuch-API
Die Firmendaten API deckt diese Fälle mit wenigen Endpunkten ab:
Baustein | Endpunkt | Wofür |
|---|---|---|
Suche und Autovervollständigung |
| Firmen und Personen nach Namen finden |
Firmenprofil |
| Stammdaten, mit |
Bestand zuordnen |
| viele Namen oder Nummern in einem Aufruf auf Firmen abbilden |
Mehrere Firmen lesen |
| mehrere bekannte Firmen in einem Aufruf |
Filtern und zählen |
| Auswahl nach Ort, Branche, Gewerbe, Kennzahlen |
Änderungen |
| neue Eintragungen, Edikte, Gewerbe- und Dokumentänderungen |
Verflechtungen |
| Beteiligungen, Funktionen, gemeinsame Adressen |
Adressprüfung |
| österreichische Adresse gegen das Adressregister des BEV prüfen |
Dokumente |
| Jahresabschluss oder GISA-Auszug als Datei |
Welche Felder es gibt und wonach du filtern kannst, liefert GET /api/v2/catalogs/fields. Die vollständige Beschreibung steht als OpenAPI-Spezifikation bereit, für KI-gestützte Entwicklung zusätzlich als llms.txt.
Eine Firmensuche mit Autovervollständigung
Das Herzstück vieler Integrationen ist ein Eingabefeld, das beim Tippen passende Firmen vorschlägt. Wichtig ist dabei: Der API-Key gehört auf deinen Server, nie in den Browser. Das Frontend fragt deinen Server, der Server fragt Firmenakte.
import os, httpx
from fastapi import FastAPI
BASE = "https://api.firmenakte.at/api/v2"
HEAD = {"x-api-key": os.environ["FA_KEY"]}
app = FastAPI()
@app.get("/firmen/vorschlaege")
def vorschlaege(q: str):
if len(q) < 3:
return []
r = httpx.get(f"{BASE}/search", params={"q": q, "types": "company", "limit": 8},
headers=HEAD, timeout=5)
r.raise_for_status()
return [{"id": f["id"], "name": f["name"], "kennungen": f.get("identifiers", [])}
for f in r.json()["items"]]Wählt der Nutzer einen Vorschlag, liest dein Server das Profil und füllt das Formular:
curl "https://api.firmenakte.at/api/v2/companies/C-CAG3-2PC6?include=people,licenses" \
-H "x-api-key: $KEY"Die Antwort enthält unter anderem name, legalForm, seat, identifiers mit Firmenbuchnummer und EUID, flags und insolvency sowie die angeforderten Personen und Gewerbe. Speichere die Firmenakte-ID beim Datensatz. Über sie liest du später nach und gleichst Änderungen ab.
Technische Grundlagen, die Zeit sparen
- Stabile IDs und Aliase. Jede Firma hat eine Firmenakte-ID. Statt der ID kannst du auch eine Registernummer als Alias verwenden, etwa
fnr:459046vodereuid:ATBRA.459046-000. Werden Akten zusammengeführt, verweist die alte ID weiter auf die neue. - Cursor statt Seitenzahlen. Listen liefern einen
nextCursor, mit dem du die nächste Seite liest, auch bei großen Treffermengen. - ETag und Zwischenspeicher. Antworten tragen ein ETag. Schickst du es mit
If-None-Matchzurück, antwortet die API mit 304, wenn sich nichts geändert hat. - Wiederholbare Aufrufe. Mit einem
Idempotency-Keykannst du einen Aufruf nach einem Netzwerkfehler gefahrlos wiederholen. - Eindeutige Fehler. Ein mehrdeutiger Alias liefert 409 mit Kandidaten, ein fehlerhafter 422, eine unbekannte Firma 404, eine gelöschte Akte 410.
- Fehlende Angaben sind keine Nullwerte. Fehlt ein Feld, ist es nicht bekannt. Zeig das in der Oberfläche als „nicht angegeben“ statt als 0.
Den Betriebsstatus der API zeigt status.firmenakte.at.
Änderungen statt Nachtlauf
Statt jede Nacht alle Firmen neu abzufragen, liest deine Software den Änderungsfeed. GET /api/v2/changes liefert alle Registeränderungen seit deinem letzten Abruf, auf Wunsch nach Quelle eingegrenzt. Du verarbeitest nur, was deine eigenen Kunden betrifft, und speicherst den nextCursor als Startpunkt für den nächsten Lauf. Wie das konkret aussieht, zeigt der Artikel Firmendaten im CRM aktuell halten.
KI-Funktionen im eigenen Produkt
Baust du einen KI-Assistenten in deine Software ein, muss er die Daten nicht selbst kennen. Über den MCP-Server unter https://mcp.firmenakte.at/mcp nutzt ein Agent dieselben Firmendaten als Werkzeuge, mit Anmeldung über das Firmenakte-Konto des Nutzers. Wie das in der Praxis wirkt, beschreibt der Artikel Firmen mit KI recherchieren.
Was du rechtlich und organisatorisch klären solltest
- Personenbezogene Daten. Geschäftsführer und Gesellschafter sind natürliche Personen. Speichert deine Software ihre Namen, bist du für diese Verarbeitung nach DSGVO verantwortlich. Übernimm nur, was dein Produkt wirklich braucht.
- Quelle und Datenstand. Zeig neben übernommenen Feldern, woher sie stammen und wann sie abgerufen wurden. Das schafft Vertrauen und hilft im Support.
- Weitergabe an eigene Kunden. Gibt deine Software Firmendaten an deine Kunden weiter, kläre die Nutzungsbedingungen vorab mit Firmenakte.
Die Einführung in drei Schritten
- Einen Anwendungsfall wählen. Meist ist es die Neuanlage eines Geschäftspartners: Suche, Auswahl, Stammdaten übernehmen. Größter Nutzen, kleinster Eingriff.
- Bestand verknüpfen. Bestehende Datensätze über
POST /api/v2/companies/resolvemit Firmenakte-IDs verbinden. Eindeutige Treffer automatisch, Kandidaten zur Prüfung. - Aktuell halten. Den Änderungsfeed anbinden und Prüfungen wie Scheinunternehmen oder Gewerbe dort einbauen, wo Entscheidungen fallen.
Häufige Fragen
Gibt es eine API für das österreichische Firmenbuch?
Ja. Firmenakte stellt Firmenbuchdaten gemeinsam mit GISA, Edikten, der BMF-Liste der Scheinunternehmen und Jahresabschlüssen über eine REST-API bereit. Amtliche Firmenbuchauszüge bekommst du zusätzlich über die zugelassenen Verrechnungsstellen.
Wie bekomme ich einen API-Key?
Nach der Anmeldung legst du im Bereich API auf Firmenakte einen Schlüssel an. Er wird im Header x-api-key mitgeschickt.
Kann ich die API direkt aus dem Browser aufrufen?
Nein. Der API-Key gehört auf deinen Server. Das Frontend spricht mit deinem Server, der die Anfrage an Firmenakte weitergibt.
Gibt es eine OpenAPI-Spezifikation?
Ja, unter docs.firmenakte.at/openapi-v2.json. Daraus lassen sich Clients für die meisten Programmiersprachen erzeugen.
Welche Daten liefert die API zu einer Firma?
Stammdaten aus dem Firmenbuch, Personen und Funktionen, Gewerbeberechtigungen aus dem GISA, Jahresabschlüsse mit Kennzahlen, Edikte, einen Hinweis bei Eintrag in der BMF-Liste der Scheinunternehmen, Förderungen und das Netzwerk.
Fazit
Firmendaten in Software sind kein Zusatz mehr, sondern Erwartung. Mit einer API statt mehrerer einzelner Register baust du Suche, Stammdaten und Prüfungen mit überschaubarem Aufwand ein. Wer die ID speichert und den Änderungsfeed nutzt, hat die Daten nicht nur einmal richtig, sondern dauerhaft.
Quelle: Firmenakte API v2 (OpenAPI-Spezifikation), Firmenbuch, GISA, Ediktsdatei, BMF, BEV