Von den 681 Firmen, die mit Adresse in Zell am See im Firmenbuch stehen, waren 272 schon vor 2010 eingetragen, zwei von fünf. Der Bestand ist älter als der der übrigen Städte und wächst langsamer als der jeder Großstadt. Gefüllt wird er von Hotels, Ferienwohnungs-Vermietern, Gasthöfen und Restaurants, die mehr als jede fünfte Firma mit Branchencode stellen, und von Gesellschaften, die Grundstücke und Häuser halten. Dabei ist Zell am See, auf die Einwohner gerechnet, die zweitdichteste Firmenstadt des Landes. Was anderswo das Register füllt, Handel, Unternehmensberater, Softwarefirmen, Beteiligungsgesellschaften, ist hier dünn besetzt.
Bestand und Dichte
681 aktive Firmen stehen mit Sitzadresse in Zell am See im Firmenbuch. Auf 10.217 Einwohner sind das 66,7 Firmen je 1.000 Einwohner, eine Firma je 15 Einwohner; österreichweit kommt eine Firma auf 26 Einwohner, 38,5 je 1.000. Unter den 199 Städten der Stadtrechtsliste ist das Rang 2. Darüber liegt nur Kitzbühel mit 122,0, dahinter folgen Hartberg mit 63,3 und Schladming mit 57,6.
Keine Großstadt kommt an diese Dichte heran. Wien hat 54,0 Firmen je 1.000 Einwohner, Salzburg 50,0, Innsbruck 48,5, Graz 43,8, St. Pölten 26,4. Im Land Salzburg ist Zell am See die dichteste Stadt, vor der Landeshauptstadt, vor Mittersill (43,2) und Radstadt (42,3). Das Firmenbuch zählt dabei Einträge, nicht Größe; eine Gesellschaft, die ein einzelnes Haus hält, wiegt so viel wie ein Hotel.

Der Branchen-Mix
619 der 681 Zeller Firmen tragen einen ÖNACE-Branchencode. 141 davon, 22,8 Prozent, fallen in den Cluster Gastronomie und Beherbergung; in den übrigen 198 Städten sind es 6,8 Prozent. Keine Großstadt kommt in die Nähe, Innsbruck als höchste liegt bei 8,8 Prozent. Unter den 153 Städten mit mindestens 100 eingetragenen Firmen hat nur Schladming einen höheren Anteil (25,1 Prozent); danach folgt mit Abstand Bad Aussee (14,7).
Der Cluster besteht zum größeren Teil aus Beherbergung. 57 Hotelfirmen sind 9,2 Prozent aller codierten Firmen und 15,4-mal so häufig wie in den übrigen Städten, die höchste Hotel-Dichte aller 58 Städte mit mindestens drei Hotels. Auch in absoluten Zahlen liegt Zell am See weit vorne, mit 57 hinter Wien (439), Salzburg (102) und Innsbruck (76) auf Rang 4, vor Graz (48) und Kitzbühel (36). 26 Firmen der Ferienwohnungs-Vermietung sind 23,0-mal so häufig wie anderswo, ebenfalls Spitze unter den 15 Städten mit mindestens drei; nur Wien (194) und Innsbruck (27) haben mehr. Dazu acht Gasthöfe und Pensionen (7,4-mal), 32 Restaurants (1,6-mal) und sieben Schankbetriebe (2,6-mal).

Der zweite große Cluster sind Immobilien: 148 Firmen, 23,9 Prozent gegenüber 18,6 in den übrigen Städten, im Großstadt-Vergleich Rang 3 hinter Graz und Dornbirn. Die Zusammensetzung ist eine andere als in Kitzbühel, wo Bauträger und Immobilienhändler den Block prägen. In Zell am See sind 94 der 148 Immobilienfirmen reine Vermieter, 15,2 Prozent des codierten Bestands und 1,8-mal so viel wie anderswo; in keiner Großstadt ist der Vermieter-Anteil höher, unter den 153 Städten ab 100 Firmen ist es Rang 4. Bauträger (14 Firmen, 1,2-mal), Hausverwaltungen (15, 1,1-mal), Immobilienmakler (9, 0,9-mal) und Immobilienhändler (16, 0,6-mal) liegen dagegen im Bereich der übrigen Städte oder darunter. Hotels, Ferienwohnungs-Vermieter und Immobilien-Vermieter zusammen sind 177 Firmen, 28,6 Prozent des codierten Bestands.
Was fehlt, ist vor allem der Handel: 59 Firmen, 9,5 Prozent gegenüber 16,0, der niedrigste Anteil im Großstadt-Vergleich und der zweitniedrigste aller 153 Städte ab 100 Firmen, nur St. Andrä liegt mit 9,3 darunter. Fünf Modegeschäfte, fünf Trafiken, vier Baubedarfshändler, drei Lebensmittelgeschäfte. Finanz und Versicherung 6,8 Prozent gegenüber 8,5, ebenfalls letzter Platz unter den Großstädten; die 20 Beteiligungsgesellschaften sind 0,6-mal so häufig wie anderswo. Beratung und Holdings 3,4 gegenüber 5,9 Prozent, Rang 11 von 12, mit 15 Unternehmensberatungen (0,5-mal). IT, Technik-Büros und Forschung 5,2 gegenüber 8,8, letzter Platz: vier Softwareentwickler (0,3-mal), drei IT-Beratungen, zwölf Ingenieurbüros; nur die elf Architekturbüros fallen mit 2,0-mal nach oben heraus, der höchste Architekturbüro-Anteil im Großstadt-Vergleich. Bau 4,4 gegenüber 6,2 Prozent (vier Elektroinstallateure, vier Installateure, drei Hochbaufirmen), Industrie und Produktion 3,1 gegenüber 3,8, Verkehr und Logistik 2,1 gegenüber 3,4, Gesundheit und Soziales 1,1 gegenüber 1,5.
Zwei kleine Posten liegen über dem Schnitt, und beide gehören zum selben Bild. Bildung, Kultur und Sport kommt auf 3,6 Prozent (übrige Städte 3,2): fünf Betreiber von Sportanlagen, darunter zwei Golfclub-Gesellschaften und eine Tennishalle, sind 5,1-mal so häufig wie anderswo, dazu drei Firmen für Sport- und Freizeitunterricht, darunter eine Skischule und eine Wasserskischule. Und im Verkehrscluster, in Summe schwach besetzt, steht die Luftfahrt: drei Firmen der Personen-Luftfahrt (11,4-mal so häufig wie anderswo), zwei Flugzeug-Werkstätten und ein Luftfahrt-Dienstleister, sechs Luftfahrt-Einträge in einer Stadt mit 681 Firmen; nur sechs Städte haben drei oder mehr Firmen der Personen-Luftfahrt, Zell am See hat davon die höchste Dichte. Dazu ein Seilbahnbetrieb, die Schmittenhöhebahn AG, eine von zwei Aktiengesellschaften der Stadt.

Einzelne Branchen, die auffallen
Der Faktor, um den es hier geht: Anteil einer Branche an den Zeller Firmen, geteilt durch ihren Anteil in den übrigen 198 Städten. 1,0 heißt, die Branche ist in Zell am See so häufig wie anderswo. Gezeigt werden Branchen mit mindestens fünf Firmen in der Stadt, unter zehn Firmen nur, wenn der Faktor statistisch gesichert über 1 liegt. Realitäten-, Beteiligungs-, Holding- und Beratungscodes bleiben draußen, sie stecken im Mix oben.
Die Liste ist die eines Wintersport- und Seeortes. Ferienwohnungs-Vermietung 23,0-mal (26 Firmen), Sportgeräte-Verleiher 17,2-mal (7), Hotels 15,4-mal (57), Gasthöfe und Pensionen 7,4-mal (8). Von den 291 Sportgeräte-Verleihern im österreichischen Firmenbuch sitzen 2,4 Prozent in Zell am See, und nur acht Städte haben überhaupt drei oder mehr. Von den 1.168 Ferienwohnungs-Vermietern haben 2,2 Prozent ihren Sitz in Zell am See, von den 4.326 Hotelfirmen 1,3 Prozent. Danach flacht die Liste ab: Architekturbüros 2,0-mal (11), Restaurants 1,6-mal (32), Steuerberatungskanzleien 1,4-mal (15), Ingenieurbüros 1,1-mal (12). Am anderen Ende stehen Softwareentwickler (4 Firmen, 0,3-mal) und Werbeagenturen (10, 0,6-mal).

Ein Blick in die Firmenlisten vom 20.08.2026 schärft das Bild. Von den 57 Hotelfirmen sind 40 GmbHs, 16 Kommanditgesellschaften und eine ein Einzelunternehmen; 13 der 57 tragen ein Eintragungsjahr zwischen 1992 und 1995, aus der Zeit der Digitalisierung des Firmenbuchs oder kurz danach. 14 Einträge mit Zeller Adresse tragen „AlpenParks" im Namen, verteilt über fünf Branchencodes: fünf Hotels, vier Vermieter, drei Bauträger, eine Hausverwaltung, ein Restaurant. Das Register zählt Einträge; ein Teil der Zeller Beherbergungs- und Immobiliendichte besteht aus Gesellschaften, die laut Namen zur selben Gruppe gehören. Die 94 Vermieter wiederum heißen selten nach dem Tourismus. Sechs tragen ein Wort wie Apartment, Chalet oder Ferien im Namen; die übrigen sind Verwaltungs- und Besitzgesellschaften, KGs und OGs aus den 1990ern und Gesellschaften, die nach einer Adresse heißen (Kirchengasse 1, Kreuzgasse 10, Seespitz 4). Ob dahinter Ferienwohnungen stehen, sagt der Name nicht.
Zuwachs
Von 2021 bis 2025 kamen in Zell am See im Schnitt 4,6 Prozent des heutigen Bestands pro Jahr neu ins Firmenbuch. Das ist Rang 178 von 199 Städten und im Großstadt-Vergleich der letzte Platz (Innsbruck 4,9, Salzburg 5,4, Klagenfurt als schnellste 7,0); unter den 153 Städten ab 100 Firmen sind nur zwölf langsamer, darunter Hallein (4,1), Mittersill (4,4) und Seekirchen am Wallersee (3,7).
Die Kehrseite des langsamen Zuwachses ist ein alter Bestand. 272 der 681 Firmen, 39,9 Prozent, wurden vor 2010 eingetragen; in den übrigen Städten sind es 30,2 Prozent. 150 Firmen, 22,0 Prozent, tragen ein Eintragungsjahr bis 1999 (übrige Städte 14,3 Prozent), 39 davon das Jahr 1992, das erste Jahr des digitalen Firmenbuchs, in das alles Ältere fällt; in den übrigen Städten stehen 2,4 Prozent der Firmen unter 1991 oder 1992. Die Jahre 2021 bis 2025 stellen 22,8 Prozent des Zeller Bestands, in den übrigen Städten 29,9. Gezählt sind Überlebende, keine Gründungen; ein alter Bestand heißt also auch, dass die Firmen aus den 1990ern zu einem ungewöhnlich großen Teil noch eingetragen sind. Bei 15 bis 36 Firmen je Jahrgang springt die Jahresreihe, deshalb sind hier Perioden gezeigt. Einen Grund für das Tempo nennt das Register nicht.

Rechtsformen
444 der 681 Firmen sind GmbHs, 65,2 Prozent gegenüber 61,1 in den übrigen Städten, Rang 5 im Großstadt-Vergleich. Ungewöhnlich sind die beiden Ränder. Kommanditgesellschaften stellen 18,6 Prozent (127 Firmen) gegenüber 12,6, der höchste KG-Anteil im Großstadt-Vergleich (Wien 14,0) und der zweithöchste aller 153 Städte ab 100 Firmen, hinter Fürstenfeld (20,6). Einzelunternehmen dagegen sind mit 49 Firmen oder 7,2 Prozent gegenüber 17,3 der niedrigste Wert im Großstadt-Vergleich (Innsbruck 10,3) und der viertniedrigste unter den Städten ab 100 Firmen, hinter Kitzbühel (4,8), Radstadt (5,6) und Oberwart (7,0). OGs liegen mit 7,9 Prozent etwas über dem Schnitt (6,5).
Die Firmenlisten zeigen, wo die KGs sitzen. 42 der 127 Kommanditgesellschaften gehören zu Gastronomie und Beherbergung: 16 Hotels, zehn Restaurants, vier Gasthöfe, vier Ferienwohnungs-Vermieter, vier Imbissbetriebe, drei Schankbetriebe, ein Café. Weitere 18 sind Vermieter-KGs. In der Zeller Hotellerie ist die GmbH & Co KG nach der GmbH die zweithäufigste Form. Unter den 49 Einzelunternehmen stehen fünf Trafiken, drei Modegeschäfte, drei Werbeagenturen, zwei Fotografen, eine Apotheke, ein Taxiunternehmen, eine Bäckerei, eine Glaserei, ein Reifendienst, ein Hotel und ein Gasthof; Installateure oder Elektriker als e.U. gibt es keine.
Übrige Rechtsformen sind sieben: zwei Aktiengesellschaften, darunter die Schmittenhöhebahn AG, vier Privatstiftungen (0,6 Prozent gegenüber 1,1) und eine Wohnbaugenossenschaft. Eine Flexible Kapitalgesellschaft (FlexCo) ist in Zell am See nicht eingetragen; in den übrigen Städten stellt diese Form 0,7 Prozent der Firmen.

Methode
Wir haben die im Firmenbuch eingetragenen, aktiven Unternehmen mit Sitzadresse in der jeweiligen Stadt ausgewertet; Einzelunternehmen ohne Firmenbucheintrag sind nicht erfasst, was Branchen mit vielen Kleinstbetrieben (Handel, Gastronomie, Gewerke) in allen Städten gleichermaßen untererfasst. Der Städte-Filter der Firmenbuch-API ist ein Contains-Match; die Treffer werden exakt nachgefiltert und mit der Städtegruppierung der API abgeglichen (Abweichung für Zell am See: 0 Prozent; vier Einträge mit Ortsteil-Schreibweisen wie „Zell am See-Thumersbach", je eine Firma, zählen nicht mit). Der Städte-Zensus stammt vom 31.07.2026, der nationale Gesamtbestand von 345.753 aktiven Firmen und die Firmenlisten der Einzelbranchen vom 20.08.2026; die Live-Listen weichen durch Neueintragungen und Löschungen seit dem Zensus um einzelne Firmen ab (682 statt 681 Firmen, Vermieter 95 statt 94, Restaurants 33 statt 32). Vergleichsbasis sind die 199 österreichischen Städte laut Stadtrechtsliste; „übrige Städte" meint die 198 anderen zusammen, in denen Wien gut die Hälfte des Bestands stellt. Großstädte sind hier Städte ab 50.000 Einwohnern, derzeit elf; Zell am See wird ihnen gegenübergestellt, ohne eine zu sein. Cluster-Ränge „unter den 153 Städten ab 100 Firmen" lassen Kleinststädte weg, in denen ein Anteil an zwei Firmen hängt. Der Salzburg-Vergleich zählt je Stadt nur Adressen mit der Ortsangabe der Stadt selbst; Saalfelden am Steinernen Meer ist dadurch untererfasst und käme auch mit allen Schreibvarianten zusammen (539 Firmen) auf 31,0 je 1.000 Einwohner, die Reihung ändert das nicht.
Branchenanteile beziehen sich auf Firmen mit ÖNACE-Code (Zell am See: 619 von 681; 62 Firmen ohne Code fehlen in Mix und Faktoren). Die Cluster fassen ÖNACE-Abteilungen zusammen: Immobilien 68; Handel 45 bis 47; Finanz und Versicherung 64 bis 66; Beratung und Holdings 70; IT, Technik-Büros und Forschung 62, 63, 71, 72; Industrie 05 bis 33; Bau 41 bis 43; Gastronomie und Beherbergung 55, 56; Verkehr 49 bis 53; Recht, Steuer und Werbung 69, 73, 74; Gesundheit und Soziales 86 bis 88; Bildung, Kultur und Sport 85, 90 bis 93. Der Faktor einer Einzelbranche ist ihr Anteil an den Zeller Firmen, geteilt durch ihren Anteil in den übrigen Städten; ausgewählt wurde nach der statistischen Untergrenze des Faktors (95-Prozent-Poisson-Intervall), damit kleine Zufallsgruppen nicht oben stehen; bei einer Stadt dieser Größe gilt der Floor von fünf statt zehn Firmen. Reine Realitäten-, Beteiligungs-, Holding- und Beratungscodes sind aus der Einzelbranchen-Liste ausgeklammert, weil sie in jeder Stadt oben stünden; sie stecken in den Clustern. Dazu zählt seit diesem Artikel auch ÖNACE 64.99 (sonstige Finanzdienstleistungen): sechs der zehn Zeller Firmen dieses Codes tragen Vermögensverwaltung, Holding, Beteiligung, Investment oder Liegenschaftsverwaltung im Namen, die übrigen vier lassen sich nach dem Namen keiner Tätigkeit zuordnen. Städtereihungen zeigen nur Städte mit mindestens drei Firmen der Branche, sonst würde eine einzelne Zeile ein konkretes Unternehmen identifizieren. „Sportgeräte-Verleiher", „Ferienwohnungs-Vermietung" und „Personen-Luftfahrt" sind redaktionelle Übersetzungen der ÖNACE-Codes 77.21, 55.20 und 51.10; die Namensabgleiche stammen vom 20.08.2026. Die Aussagen zu „AlpenParks" und zu den Vermieter-Namen sind aus den Firmennamen abgelesen, nicht aus Beteiligungsverhältnissen.
Das Gründungstempo ist der Durchschnitt der Neueintragungen 2021 bis 2025, bezogen auf den heutigen Bestand. Die Jahrgangsreihe zählt heute noch eingetragene Firmen nach Eintragungsjahr; das Firmenbuch wurde 1991/92 digitalisiert, ältere Eintragungen tragen das Jahr 1992 oder 1991 (Zell am See hat keine Einträge vor 1992), weshalb „bis 1999" eine Gruppe ist und die Perioden erst 2010 beginnen. Einwohner: Statistik Austria (POPREG); Österreich-Einwohner: Wikidata, Stand 2022. ÖNACE-Zuordnung: Statistik Austria. Rechtsform laut Firmenbuch.
