StatistikStädtevergleichFirmenakte20. August 2026
Zuletzt geändert am 19. September 2026

Unter den elf österreichischen Großstädten kommen in Innsbruck die wenigsten neuen Firmen auf den bestehenden Bestand. Dabei ist dieser Bestand der drittdichteste des Landes; auf 21 Einwohner kommt eine eingetragene Firma. Geprägt wird er von Gastronomie und Beherbergung, die hier einen größeren Anteil am Firmenbuch haben als in jeder anderen Großstadt, von Architektur- und Steuerberatungsbüros und von einem Rand aus Sport, Physiotherapie und Ausbau-Gewerken. Und er ist anders organisiert als anderswo: nirgends unter den Großstädten ist die offene Gesellschaft so häufig und das Einzelunternehmen so selten. Grundlage sind 6.443 eingetragene Firmen, verglichen mit den übrigen 198 Städten des Landes.

Bestand und Dichte

6.443 aktive Firmen stehen mit Sitzadresse in Innsbruck im Firmenbuch. Auf 132.820 Einwohner sind das 48,5 Firmen je 1.000 Einwohner, eine Firma je 21 Einwohner; österreichweit kommt eine Firma auf 26 Einwohner. Unter den elf Städten ab 50.000 Einwohnern ist das Rang 3 hinter Wien (54,0 Firmen je 1.000 Einwohner) und Salzburg (50,0), vor Graz (43,8) und Dornbirn (42,8). Linz kommt auf 35,6, St. Pölten auf 26,4. Unter allen 199 Städten der Stadtrechtsliste liegt Innsbruck auf Rang 14; davor stehen neben Wien und Salzburg Kleinstädte wie Kitzbühel oder Zell am See, in denen viele Firmen auf wenige Einwohner kommen.

Balkendiagramm: Firmen je 1.000 Einwohner in den elf österreichischen Städten ab 50.000 Einwohnern, Wien 54,0, Salzburg 50,0, Innsbruck 48,5 auf Rang 3, Graz 43,8 bis St. Pölten 26,4, Ø Österreich 38,5
Balkendiagramm: Firmen je 1.000 Einwohner in den elf österreichischen Städten ab 50.000 Einwohnern, Wien 54,0, Salzburg 50,0, Innsbruck 48,5 auf Rang 3, Graz 43,8 bis St. Pölten 26,4, Ø Österreich 38,5

Der Branchen-Mix

6.085 der Innsbrucker Firmen tragen einen ÖNACE-Branchencode. Der größte Block sind wie in fast jeder Stadt die Immobilienfirmen, 1.269 Firmen oder 20,9 Prozent (übrige Städte: 18,6 Prozent, Rang 6 der elf Großstädte), darunter 600 reine Immobilien-Vermieter und 198 Bauträger; Bauträger sind in Innsbruck 1,8-mal so häufig wie anderswo. Der Handel folgt mit 955 Firmen und 15,7 Prozent, praktisch der Wert der übrigen Städte (16,0). Die beiden großen Blöcke sagen wenig über die Stadt. Die Unterschiede beginnen dahinter.

Gastronomie und Beherbergung stellen 533 Firmen, 8,8 Prozent des Bestands gegenüber 6,7 Prozent in den übrigen Städten. Das ist der höchste Wert der elf Großstädte, vor Salzburg (7,8), Wien und Villach (je 7,1); Graz kommt auf 5,4, Wels auf 5,0. Darin stecken 215 Restaurants, 102 Cafés (1,8-mal der Anteil anderswo, ebenfalls Rang 1 der Großstädte), 76 Hotels (2,1-mal, Rang 2 hinter Salzburg), 43 Schankbetriebe (1,6-mal) und 27 Ferienwohnungs-Vermieter (2,4-mal, Rang 1). Die Firmenlisten zeigen dabei etwas, das die Zahl allein nicht sagt: mehrere der Hotel- und Ferienwohnungsgesellschaften tragen einen anderen Ort im Namen, Lech, St. Anton, Sölden, Serfaus, Kühtai, Westendorf. Der Sitz ist in der Landeshauptstadt, das Haus steht im Tal. Wie viele das genau sind, lässt sich aus dem Namen nicht zählen; dass Innsbruck auch Firmensitz für den Tiroler Tourismus ist, zeigen die Listen deutlich.

IT, Technik-Büros und Forschung kommen auf 569 Firmen und 9,4 Prozent (übrige Städte 8,7), Rang 3 hinter Graz (11,6) und Linz (11,3). Der Unterschied zu den beiden liegt in der Zusammensetzung. Softwareentwickler (119 Firmen) sind in Innsbruck etwas seltener als anderswo; Architekturbüros dagegen sind mit 103 Firmen fast doppelt so häufig wie in den übrigen Städten, der höchste Anteil aller Großstädte. Die Liste besteht fast durchgehend aus Ziviltechniker-Gesellschaften von Architektinnen und Architekten, 90 der 103 als GmbH. Ähnlich der Block aus Recht, Steuer und Werbung: 451 Firmen, 7,4 Prozent gegenüber 6,8, Rang 3 hinter Linz und Wien, mit 160 Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien, 1,5-mal der Anteil der übrigen Städte und Rang 1 der Großstädte. Eine Landeshauptstadt mit Universität und Landesbehörden zieht Büros an; das Firmenbuch kann nur die Häufung belegen, nicht den Grund.

Was fehlt: Industrie und Produktion kommen auf 3,2 Prozent (übrige Städte 3,8), Rang 10 von 11. Finanz und Versicherung liegen mit 8,1 Prozent unter dem Städtewert (8,6), Beratung und Holdings mit 5,2 Prozent ebenfalls (5,9). Bau stellt 5,3 Prozent gegenüber 6,2, Rang 7; innerhalb des Clusters geht die Schere aber weit auf, dazu gleich mehr.

Paarweise Balken je Branchen-Cluster: Anteil in Innsbruck gegen Anteil in den übrigen 198 Städten, Immobilien 20,9 zu 18,6 Prozent, Handel 15,7 zu 16,0, IT/Technik-Büros/Forschung 9,4 zu 8,7, Gastronomie und Beherbergung 8,8 zu 6,7, Finanz und Versicherung 8,1 zu 8,6, Recht/Steuer/Werbung 7,4 zu 6,8, Bau 5,3 zu 6,2
Paarweise Balken je Branchen-Cluster: Anteil in Innsbruck gegen Anteil in den übrigen 198 Städten, Immobilien 20,9 zu 18,6 Prozent, Handel 15,7 zu 16,0, IT/Technik-Büros/Forschung 9,4 zu 8,7, Gastronomie und Beherbergung 8,8 zu 6,7, Finanz und Versicherung 8,1 zu 8,6, Recht/Steuer/Werbung 7,4 zu 6,8, Bau 5,3 zu 6,2

Einzelne Branchen, die auffallen

Der Faktor, um den es hier geht: Anteil einer Branche an den Innsbrucker Firmen, geteilt durch ihren Anteil in den übrigen 198 Städten. 1,0 heißt, die Branche ist in Innsbruck so häufig wie anderswo. Gezeigt werden nur Branchen mit mindestens zehn Firmen in Innsbruck.

Den höchsten Faktor hat die Physiotherapie: 12 Firmen, 3,0-mal der Anteil der übrigen Städte, 4,8 Prozent aller 250 österreichweit eingetragenen Firmen der Branche. Nur fünf Städte haben überhaupt mindestens drei Physiotherapie-Firmen im Firmenbuch, Innsbruck führt die Reihung an. Die Branche hat Nachbarn: 38 Fahrrad- und Sportgeschäfte (1,7-mal, darunter Bike-Shops und Outdoor-Retailer), 14 Sport-Dienstleister (1,75-mal; Ski-Großveranstaltungs-Gesellschaften, Kletter-Events, Sportmarketing), dazu die Hotels und Ferienwohnungen von oben. Das war im alten Artikel die ganze Geschichte; im Porträt ist es eine Ecke der Stadt, eine klar erkennbare.

Die zweite Häufung sitzt auf der Baustelle, und zwar an ihrem Ende. 23 Isolierungs-Betriebe (Vollwärmeschutz, Isoliertechnik), Faktor 2,7; 22 Spezialbaufirmen, Faktor 2,4, darunter fünf Eisenverleger und drei Gerüstbauer; 46 Stuck-, Verputz- und Trockenbaubetriebe, Faktor 1,5. In allen drei Codes hält Innsbruck den höchsten Anteil der elf Großstädte. Gleichzeitig fehlen die Gewerke am Anfang des Baus: 27 Installationsbetriebe für Gas, Wasser und Heizung sind 0,5-mal der Anteil anderswo, Rang 106 von 108 Städten mit mindestens drei Firmen der Branche; Elektroinstallateure (41 Firmen) und Hochbau-Firmen (43) kommen auf 0,7. Ob die Installateure im Umland sitzen oder als nicht eingetragene Einzelunternehmen gar nicht im Firmenbuch stehen, sagt das Register nicht.

Auf der Seite der seltenen Branchen stehen neben den Installateuren die Kfz-Werkstätten (26 Firmen, Faktor 0,5, Rang 110 von 112 Städten), Filmproduktionen (22, Faktor 0,6), der Lebensmitteleinzelhandel (31, 0,7) und Hausmeisterdienste (27, 0,7).

Balkendiagramm der Faktoren: Physiotherapie 3,0, Isolierungs-Betriebe 2,7, Spezialbaufirmen 2,4, Ferienwohnungs-Vermietung 2,4, Hotels 2,1, Architekturbüros 1,9, Cafehäuser 1,8, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung 1,5; darunter grau Installationsbetriebe 0,5, Kfz-Werkstätten 0,5, Filmproduktionen 0,6
Balkendiagramm der Faktoren: Physiotherapie 3,0, Isolierungs-Betriebe 2,7, Spezialbaufirmen 2,4, Ferienwohnungs-Vermietung 2,4, Hotels 2,1, Architekturbüros 1,9, Cafehäuser 1,8, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung 1,5; darunter grau Installationsbetriebe 0,5, Kfz-Werkstätten 0,5, Filmproduktionen 0,6

Zuwachs

Von 2021 bis 2025 kamen in Innsbruck im Schnitt 4,9 Prozent des heutigen Bestands pro Jahr neu ins Firmenbuch. Unter den 199 Städten ist das Rang 160; unter den elf Großstädten ist es der letzte Platz. Klagenfurt liegt bei 7,0 Prozent, Wien und Wiener Neustadt bei 6,1, Graz bei 5,9, Linz bei 5,8, Salzburg bei 5,4, Villach als Vorletzter bei 5,2.

Der Jahrgang 2025 ist mit 359 heute noch eingetragenen Firmen der größte der Innsbrucker Reihe, vor 2024 mit 322 und 2021 mit 313. Der Bestand wächst also. Er wächst nur langsamer als der der anderen Städte, und das seit Jahren. Setzt man 2015 auf 100, liegt Innsbruck ab 2016 unter der Kurve der übrigen Städte; 2021 stand die Stadt bei 147, die übrigen Städte bei 186, 2025 bei 169 gegen 234. Das ist der größte Abstand unter den bisher porträtierten Großstädten. Der Innsbrucker Anteil an allen Städte-Neueintragungen eines Jahrgangs lag 2015 bei 3,4 Prozent, seit 2021 liegt er unter 2,7 und 2025 bei 2,5 Prozent. Gezählt sind dabei Firmen, die heute noch aktiv sind; ältere Jahrgänge sind durch Löschungen kleiner, als sie waren. Auf den Vergleich zweier Kurven mit derselben Basis wirkt sich das kaum aus.

Liniendiagramm, Index 2015 = 100: heute noch eingetragene Firmen je Eintragungsjahr, Innsbruck 2025 bei 169, übrige Städte bei 234; ab 2016 verläuft die Innsbrucker Linie unter der der übrigen Städte, der Abstand wächst ab 2021
Liniendiagramm, Index 2015 = 100: heute noch eingetragene Firmen je Eintragungsjahr, Innsbruck 2025 bei 169, übrige Städte bei 234; ab 2016 verläuft die Innsbrucker Linie unter der der übrigen Städte, der Abstand wächst ab 2021

Rechtsformen

64,0 Prozent der Innsbrucker Firmen sind GmbHs, in den übrigen Städten 61,0 Prozent, Rang 6 der Großstädte und damit unauffällig. Auffällig ist der Rest. Einzelunternehmen machen 10,3 Prozent des Bestands aus, in den übrigen Städten 17,5; das ist der niedrigste e.U.-Anteil aller elf Großstädte (Salzburg 11,1, Wiener Neustadt 20,5). Offene Gesellschaften kommen auf 629 Firmen und 9,8 Prozent gegenüber 6,4 Prozent anderswo, der höchste OG-Anteil der Großstädte vor Dornbirn (9,4) und Graz (9,1). Kommanditgesellschaften liegen mit 13,5 Prozent auf Rang 3. Zusammen sind 23,3 Prozent der Innsbrucker Firmen Personengesellschaften, mehr als in jeder anderen Großstadt.

Wo die OGs und KGs sitzen, zeigen die Firmenlisten: 62 der 103 Cafés sind eine OG oder KG, 29 der 46 Stuck- und Verputzbetriebe, 12 der 23 Isolierungs-Betriebe. Die Architekturbüros und Hotels dagegen firmieren fast alle als GmbH. Privatstiftungen sind mit 48 Stück und 0,7 Prozent seltener als in den übrigen Städten (1,1), Rang 9 von 11. Das Innsbrucker Firmenbuch ist damit kleinteilig organisiert, aber nicht über Einzelunternehmen, sondern über Gesellschaften von zwei, drei Personen.

Zwei 100-Prozent-Leisten der Rechtsformen: Innsbruck mit GmbH 64,0, e.U. 10,3, KG 13,5, OG 9,8, übrige 2,4 Prozent; übrige Städte mit GmbH 61,0, e.U. 17,5, KG 12,5, OG 6,4, übrige 2,5 Prozent
Zwei 100-Prozent-Leisten der Rechtsformen: Innsbruck mit GmbH 64,0, e.U. 10,3, KG 13,5, OG 9,8, übrige 2,4 Prozent; übrige Städte mit GmbH 61,0, e.U. 17,5, KG 12,5, OG 6,4, übrige 2,5 Prozent

Methode

Wir haben die im Firmenbuch eingetragenen, aktiven Unternehmen mit Sitzadresse in der jeweiligen Stadt ausgewertet; Einzelunternehmen ohne Firmenbucheintrag sind nicht erfasst, was Branchen mit vielen Kleinstbetrieben (Handel, Gastronomie, Gewerke) in allen Städten gleichermaßen untererfasst. Der Städte-Filter der Firmenbuch-API ist ein Contains-Match; die Treffer werden exakt nachgefiltert und mit der Städtegruppierung der API abgeglichen (Abweichung für Innsbruck: 0,03 Prozent). Der Städte-Zensus stammt vom 31.07.2026, der nationale Gesamtbestand von 345.753 aktiven Firmen vom 20.08.2026; die Firmenlisten hinter den genannten Branchen (Hotels, Ferienwohnungen, Cafés, Architekturbüros, Isolierung, Spezialbau, Stuck und Verputz, Sportgeschäfte, Sport-Dienstleister) wurden am 20.08.2026 live nachgesehen, bei Hotels standen an diesem Tag 77 statt 76 Firmen im Register, bei Sportgeschäften 39 statt 38; publiziert ist der Zensus-Stand. Vergleichsbasis sind die 199 österreichischen Städte laut Stadtrechtsliste; „übrige Städte" meint die 198 anderen zusammen (202.760 Firmen), in denen Wien gut die Hälfte des Bestands stellt. Großstädte sind hier Städte ab 50.000 Einwohnern, derzeit elf.

Branchenanteile beziehen sich auf Firmen mit ÖNACE-Code (Innsbruck: 6.085 von 6.443; 358 Firmen ohne Code fehlen in Mix und Faktoren). Die Cluster fassen ÖNACE-Abteilungen zusammen: Immobilien 68; Handel 45 bis 47; Finanz und Versicherung 64 bis 66; Beratung und Holdings 70; IT, Technik-Büros und Forschung 62, 63, 71, 72; Industrie 05 bis 33; Bau 41 bis 43; Gastronomie und Beherbergung 55, 56; Verkehr 49 bis 53; Recht, Steuer und Werbung 69, 73, 74; Gesundheit und Soziales 86 bis 88; Bildung, Kultur und Sport 85, 90 bis 93. Der Faktor einer Einzelbranche ist ihr Anteil an den Innsbrucker Firmen, geteilt durch ihren Anteil in den übrigen Städten; ausgewählt wurde nach der statistischen Untergrenze des Faktors (95-Prozent-Poisson-Intervall), damit kleine Zufallsgruppen nicht oben stehen. Reine Realitäten-, Beteiligungs-, Treuhand- und Beratungscodes sind aus der Einzelbranchen-Liste ausgeklammert, weil sie in jeder Stadt ganz oben stünden; sie stecken in den Clustern. Städtereihungen zeigen nur Städte mit mindestens drei Firmen der Branche, sonst würde eine einzelne Zeile ein konkretes Unternehmen identifizieren. „Isolierungs-Betriebe" steht für den ÖNACE-Code 43.23 (amtlich „Einbau von Isolierungen"), „Spezialbaufirmen" für 43.99 („Spezialisierte Bautätigkeiten a.n.g."), „Stuck-, Verputz- und Trockenbaubetriebe" für 43.31. Die Rechtsform-Anteile innerhalb einzelner Branchen (Cafés, Verputz, Isolierung, Architekturbüros, Hotels) stammen aus den Live-Listen vom 20.08.2026.

Das Gründungstempo ist der Durchschnitt der Neueintragungen 2021 bis 2025, bezogen auf den heutigen Bestand. Die Jahrgangsreihe zählt heute noch eingetragene Firmen nach Eintragungsjahr; das Firmenbuch wurde 1991/92 digitalisiert, ältere Eintragungen sind auf 1992 zensiert, weshalb die Reihe erst 2010 beginnt. Einwohner: Statistik Austria (POPREG); Österreich-Einwohner: Wikidata, Stand 2022. ÖNACE-Zuordnung: Statistik Austria. Rechtsform laut Firmenbuch.