Firmenlisten nach Branche und Region für den B2B-Vertrieb

Wie du aus Firmenbuch und GISA eine Zielgruppenliste nach Branche, Gewerbe, Region und Größe baust, die sich selbst aktuell hält.

Firmenakte

Eine Firmenliste für den B2B-Vertrieb baust du in Österreich aus öffentlichen Registern: Das Firmenbuch liefert Rechtsform, Sitz und Jahresabschlüsse, das GISA die Gewerbeberechtigungen. Firmenakte kombiniert beides in einer Suche nach Branche, Gewerbe, Region und Größe und speichert das Ergebnis als Liste, die sich auf Wunsch täglich oder wöchentlich um neue Treffer ergänzt.

Gekaufte Adresslisten haben zwei Probleme: Niemand weiß, woher die Einträge stammen, und ab dem Kauf veralten sie. Dabei ist fast alles, was eine gute Zielgruppe ausmacht, öffentlich und tagesaktuell im Register. Wie du daraus eine Liste baust, mit der dein Vertrieb wirklich arbeitet.

Der wichtigste Unterschied zwischen Branche und Gewerbe

Wer Firmen nach Tätigkeit sucht, hat zwei Merkmale zur Auswahl, und sie bedeuten Verschiedenes:

  • Die Branche (ÖNACE) beschreibt, was ein Unternehmen überwiegend tut. Sie ist eine statistische Zuordnung, ein Unternehmen hat eine Hauptbranche.
  • Das Gewerbe (GISA) beschreibt, was ein Unternehmen ausüben darf. Ein Unternehmen kann viele Gewerbe haben, auch solche, die nicht sein Kerngeschäft sind.

Wie weit beides auseinandergeht, zeigt ein Beispiel. Laut Firmenakte haben 2.877 aktive GmbHs die Branche „Elektroinstallation“, eine Gewerbeberechtigung für Elektrotechnik besitzen dagegen über alle Rechtsformen 6.181 im Firmenbuch eingetragene Unternehmen. Darunter sind auch Unternehmen ganz anderer Branchen, etwa Bergbahnen.

Für den Vertrieb heißt das: Suchst du Kunden für ein Produkt, das Elektriker kaufen, ist das Gewerbe die bessere Wahl. Suchst du Unternehmen, deren Geschäft die Elektroinstallation ist, kombinierst du Gewerbe und Branche.

Filterkriterien für Firmenlisten im Überblick

Kriterium

Quelle

Wofür im Vertrieb

Branche (ÖNACE)

ÖNACE-Klassifikation

Kerngeschäft der Zielgruppe

Gewerbe

GISA

Wer eine bestimmte Tätigkeit ausüben darf

Rechtsform

Firmenbuch

etwa nur GmbHs oder nur Einzelunternehmen

Bundesland, Ort, PLZ, Umkreis

Firmenbuch

Vertriebsgebiet und Außendienstrouten

Mitarbeiter, Bilanzsumme, Eigenkapital

Jahresabschluss

Größe und finanzielle Stärke

Eintragungsdatum

Firmenbuch

junge oder etablierte Unternehmen

Status

Firmenbuch, Ediktsdatei

gelöschte Firmen und Insolvenzen ausschließen

Funktionen und Gesellschafter

Firmenbuch

etwa Firmen mit Prokura oder Tochtergesellschaften von Konzernen

Kennzahlen gibt es nur, wo sie offengelegt sind. Mitarbeiterzahl und Bilanzsumme stammen aus den eingereichten Jahresabschlüssen. Ein Filter wie „ab zehn Mitarbeitern“ schließt Firmen ohne diese Angabe aus. Einzelunternehmen und Personengesellschaften wie OG und KG legen in der Regel keinen Abschluss offen, eine GmbH & Co KG schon.

Beispiel Elektrotechnik in Salzburg

Ein Großhändler für Elektromaterial will seinen Außendienst im Bundesland Salzburg planen. Laut Firmenakte, Stand November 2026:

Auswahl

Treffer

Gewerbe Elektrotechnik, Sitz im Bundesland Salzburg, nicht gelöscht

350

davon mit mindestens zehn Mitarbeitern laut Jahresabschluss

99

Gewerbe Elektrotechnik im Umkreis von 30 km um die Stadt Salzburg

274

Aus 99 Betrieben wird ein realistischer Besuchsplan. Die übrigen 251 sind nicht unwichtig, sondern kleiner oder ohne veröffentlichte Mitarbeiterzahl, also eher etwas für Telefon und Webshop.

Liste ohne Code auf Firmenakte anlegen

Die Smarten Kontaktlisten führen von der Suche zur Arbeitsliste:

  1. Kriterien festlegen. Ort, Branche, Gewerbe und Kennzahlen wählen und die Treffer prüfen, bevor du sie übernimmst.
  2. Eigene Felder ergänzen. Status, Zuständigkeit oder Kundennummer stehen direkt neben den Firmendaten. Quellwerte und eigene Angaben bleiben unterscheidbar.
  3. Regel speichern. Firmenakte ergänzt die Liste täglich oder wöchentlich um neue Treffer. Bereits enthaltene Firmen werden nicht noch einmal hinzugefügt, auf Wunsch kommt eine Benachrichtigung.

Bestehende Kunden bringst du per CSV mit, damit sie nicht als Neukunden auftauchen. Die fertige Liste exportierst du als CSV oder Excel. Wer lieber fragt als filtert, beschreibt die Zielgruppe in der Firmen KI, etwa: „Finde Elektrotechnik-Firmen in Salzburg mit mindestens zehn Mitarbeitern.“ Eine räumliche Übersicht gibt die Karte.

Wer gezielt frisch eingetragene Firmen sucht, findet die Wege dazu im Artikel Neugründungen aus dem Firmenbuch abrufen.

Zielgruppen per API zählen und abrufen

Für Vertriebsplanung im eigenen CRM zählst du zuerst, wie groß eine Zielgruppe ist, und holst dann die Treffer. Beide Aufrufe nehmen dieselben Filter:

bash
curl -X POST "https://api.firmenakte.at/api/v2/companies/aggregate" \
  -H "x-api-key: $KEY" -H "Content-Type: application/json" \
  -d '{"trade": "Elektrotechnik", "isDeleted": false, "groupBy": ["state"]}'

Die Antwort enthält die Gesamtzahl unter total und die Verteilung auf die Bundesländer unter groups. Die Treffer selbst liefert POST /api/v2/companies/search, mit verschachtelten Bedingungen unter where:

python
import os, httpx

BASE = "https://api.firmenakte.at/api/v2"
HEAD = {"x-api-key": os.environ["FA_KEY"]}

anfrage = {
    "trade": "Elektrotechnik",
    "isDeleted": False,
    "where": {"and": [
        {"field": "seat.state", "op": "eq", "value": "Salzburg"},
        {"field": "figures.employees", "op": "gte", "value": 10},
    ]},
    "limit": 100,
}

cursor = None
while True:
    if cursor:
        anfrage["cursor"] = cursor
    r = httpx.post(f"{BASE}/companies/search", json=anfrage, headers=HEAD, timeout=20)
    r.raise_for_status()
    seite = r.json()
    for firma in seite["items"]:
        crm.upsert_lead(firmenakte_id=firma["id"], name=firma["name"])  # dein CRM-Client
    cursor = seite.get("nextCursor")
    if not cursor:
        break

Welche Felder und Operatoren es gibt, liefert GET /api/v2/catalogs/fields. Für einen Umkreis nimmst du seat.location mit dem Operator near und Breitengrad, Längengrad und Radius in Kilometern.

Was rechtlich gilt, bevor der Vertrieb loslegt

Registerdaten sind öffentlich, ihre Nutzung für Werbung ist trotzdem geregelt. Ein kurzer Überblick, keine Rechtsberatung:

  • Telefon und E-Mail. Werbeanrufe und Werbe-E-Mails brauchen nach § 174 TKG 2021 grundsätzlich eine vorherige Einwilligung, auch gegenüber Unternehmen. Für E-Mails gibt es eine enge Ausnahme im bestehenden Kundenverhältnis. Eine im Internet veröffentlichte Adresse ist laut WKO keine Einwilligung.
  • Briefpost. Adressierte Werbung per Post ist der übliche Weg zum ersten Kontakt. Dabei gelten die Informations- und Widerspruchsrechte der DSGVO, sobald du Namen von Geschäftsführern verwendest.
  • Relevanz. Wer erkennbar zur Zielgruppe passt, wird gelesen. Ein Angebot, das zum Gewerbe des Empfängers passt, bringt mehr als eine breite Streusendung.

Die Einführung in drei Schritten

  1. Zielgruppe beschreiben. Gewerbe oder Branche, Region und Mindestgröße festlegen und mit einer Zählung prüfen, ob die Menge realistisch ist.
  2. Liste anlegen und Bestand abgleichen. Bestehende Kunden importieren, damit sie markiert sind, und eigene Felder für den Vertriebsstand ergänzen.
  3. Regel aktivieren. Neue Firmen, die zur Zielgruppe passen, landen automatisch in der Liste. Der Vertrieb arbeitet sie ab, statt neu zu suchen.

Häufige Fragen

Wie finde ich alle Firmen einer Branche in Österreich?

Über eine Suche nach Branche (ÖNACE) oder nach Gewerbe im GISA. Firmenakte kombiniert beides mit Ort, Rechtsform und Kennzahlen aus dem Jahresabschluss und zeigt die Treffer als Liste und auf der Karte.

Was ist der Unterschied zwischen ÖNACE-Branche und Gewerbe?

Die Branche beschreibt, was ein Unternehmen überwiegend tut. Das Gewerbe beschreibt, was es ausüben darf. Ein Unternehmen hat eine Hauptbranche, aber oft mehrere Gewerbe.

Woher stammen die Mitarbeiterzahlen?

Aus den Jahresabschlüssen, die Kapitalgesellschaften und GmbH & Co KGs im Firmenbuch offenlegen. Fehlt der Abschluss oder die Angabe, ist die Mitarbeiterzahl unbekannt, nicht null.

Darf ich Firmen aus dem Firmenbuch anschreiben?

Briefwerbung an Unternehmen ist üblich und grundsätzlich zulässig, dabei gelten die Rechte nach DSGVO. Für Werbeanrufe und Werbe-E-Mails brauchst du nach § 174 TKG 2021 grundsätzlich eine vorherige Einwilligung.

Ist Kaltakquise per Telefon oder E-Mail bei Firmen erlaubt?

Nicht ohne vorherige Einwilligung. § 174 TKG 2021 gilt auch gegenüber Unternehmen, und eine im Internet veröffentlichte Nummer oder Adresse ist keine Einwilligung. Für E-Mails an bestehende Kunden gibt es eine enge Ausnahme.

Wie bleibt die Liste aktuell?

Mit einer gespeicherten Regel ergänzt Firmenakte die Liste täglich oder wöchentlich um neue Treffer. Änderungen an bestehenden Firmen siehst du über die Firmendaten in der Liste.

Kann ich die Liste exportieren?

Ja, als CSV oder Excel. Über die API holst du dieselben Treffer direkt in dein CRM.

Fazit

Die beste Zielgruppenliste ist keine gekaufte, sondern eine abgeleitete: aus dem Register, mit nachvollziehbaren Kriterien und einer Regel, die sie aktuell hält. Wer Gewerbe, Branche, Region und Größe kombiniert, plant den Vertrieb nach Fakten statt nach Branchenbuch.

Quelle: Firmenbuch, GISA, eingereichte Jahresabschlüsse, RIS (TKG 2021), WKO